Islam & Halal

 

Gott sagt im Koran zu Mohammad: „Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt“. (21:107)

Der Koran und die Überlieferungsberichte Muhammads (Ahadith) liefern Muslimen zahlreiche Regeln und Richtlinien zu der Ernährung. Der Schwerpunkt dieser Ernährungsvorschriften ist die Produktion und Konsumption von gesunden und reinen Lebensmitteln (tayyib). Das arabische Wort tayyib bezieht sich in seiner Bedeutung von Reinheit und Gesundheit im physischen wie im moralischen Sinne. Lebensmittel, die dem Menschen schaden oder mit unethischen Mitteln erworben wurden, sind für Muslime nicht erlaubt. Der Islam unterscheidet ganz dezidiert zwischen Erlaubtem (halal) und Verbotenem (haram).

Um den Gesundheitszustand des Menschen zu erhalten und zu schützen, dürfen etwa nur bestimme Tierarten für die Lebensmittelproduktion verwendet werden. Der Koran erlaubt das Fleisch von Rindern, Ziegen, Schafen, Hühnern und Fisch. Der Verzehr von Schweinen, Reptilien, Aasfressern, fleischfressenden Tieren, Vögeln mit Krallen, Amphibien, kriechenden Tierarten, Insekten und Nagetieren hingegen ist verboten. Ebenso dürfen verunglückte oder erschlagene Tiere nicht konsumiert werden.

Auch die Schlachtung eines Tieres unterliegt Regeln und Ritualen (im arabischen werden diese als zabiha bezeichnet), die streng eingehalten werden müssen, um das Fleisch als erlaubt zu klassifizieren. Die Schlachtung muss von einem Muslim durchgeführt werden, der bei der Schlachtung den Namen Gottes sagt. Der Schlachter muss dem Tier die Luftröhre, die Speiseröhre und die Halsschlagader mit einem scharfen Messer durchtrennen. Bei der Schlachtung nach islamischen Ritualen steht besonders die betäubungslose Schlachtung in der Kritik.
Es wird im Islam verlangt, dass die Schlachtung für das Tier möglichst schonend vollzogen wird. Das Tier sollte keiner Qual, Angst oder Panik ausgesetzt werden. Auch bei der Tierhaltung wird Wert darauf gelegt, dass das Tierwohl respektiert und wertgeschätzt wird. Tiere und die Natur werden im Islam nicht als bloße Gebrauchsgegenstände des Menschen gesehen, sondern besitzen einen moralischen Eigenwert. Es ist die Pflicht eines jeden Muslims, die Schöpfung Gottes wertzuschätzen und zu schützen.

Die gegenwärtige Produktion von Lebensmitteln für Muslime in westlichen Ländern, in islamischen Staaten oder in Ländern mit bedeutendem muslimischen Bevölkerungsanteil wird immer mehr durch moderne landwirtschaftliche Methoden beeinflusst. Traditionelle landwirtschaftliche Methoden verlieren auch in diesen Ländern immer mehr an Bedeutung.  Die Veränderungen hin zu agrarindustriellen Methoden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mensch, Tier und Umwelt gefährden, stehen nicht im Einklang mit den islamischen Geboten. Es besteht daher die Notwendigkeit, die gegenwärtige Ḥalāl-Landwirtschaft unter Berücksichtigung von theologisch-rechtlichen Perspektiven neu zu interpretieren.

Der Islam bietet seinen Anhängern umfangreiche Richtlinien zu dem Thema Ernährung. Diese Normen umfassen Gebiete der Gesundheit des Menschen, der Nachhaltigkeit bis zu Tier- und Umweltschutz und Leitsätzen der Lebensmittelproduktion. Das Ziel der Gebote ist es, ein Zusammenleben in Gleichgewicht und Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur zu ermöglichen.

Sie finden hier eine umfassende Zitatensammlung mit Auszügen aus dem Koran und dem Ahadith:

Allgemeine Ernährungsrichtlinien im Koran >> PDF

Allgemeine Ernährungsrichtlinien im Ahadith >> PDF

Der Islam und die Tiere - Koran >> PDF

Der Islam und die Tiere - Ahadith >> PDF

Natur und Umwelt im Islam >> PDF


Hintergrundliteratur (Auswahl):

Schatzschneider, Isabel: Islamische Ethik und Ernährung. Gegenwärtige Probleme in der Produktion tierischer Lebensmittel aus islamischer Perspektive. DNEE 2014 >> PDF

Kaltenstadler, Wilhelm: Ernährung im medizinischen Werk des Moses Maimonides. Jerusalemer Texte Band 14. Nordhausen 2015.

Röbkes, Marion: Religion, Ernährung und Gesellschaft. Ernärhungsregeln und -verbote in Christentum, Judentum und Islam. Hamburg 2013.

Schrode, Paula: Sunnitisch-islamische Diskurse zur Halal-Ernährung. Konstituierung religiöser Praxis und sozialer Positionierung unter Muslimen in Deutschland. Würzburg 2010.

Sahinöz, Cemil: My Halal-Check. Einkaufshelfer für Muslime. Mössingen 2012.

Staghun, Gerhard: An einem Tisch. Rezepte von Juden, Christen und Muslimen. Neustadt 2012.

Bonne, Karijn/Verbeke, Wim (2008): Religious values informing halal meat production and the control and delivery of halal credence quality. In: Agriculture and Human Values 2008(25), S. 35–47.

Abdussalam, M.: Muslim attitudes to the slaughter of food animals. In: Animal Regulation Studies 1981(3), S. 217–222.

Chaudry, M. M.: Islamic Food laws: Philosophical basis and practical implications. In: Food Technology 1992(46), S. 92– 104.

Chaudry, M. M./ Jackson, M. A./ Hussaini, M. M./ Riaz, M. N.: Halal Industrial Production Standards. Chicago 2002.

Delener, N.: Religious contrasts in consumer decision behaviour patterns: Their dimensions and marketing implications. In: European Journal of Marketing 1994/28(5), S. 36–53.

Eliasi, J. R./ Dwyer, J. T.: Kosher and Halal: Religious observances affecting dietary intakes. In: Journal of the American Dietetic Association 2002/101(7), S. 911–913.

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